So funktioniert eine Solardusche
Das Prinzip einer Solardusche ist denkbar einfach: Ein dunkler Tank – meist schwarz oder anthrazitfarben – absorbiert die Sonnenstrahlung und erwärmt das darin gespeicherte Wasser. Je dunkler die Oberfläche und je mehr Sonnenlicht sie empfängt, desto schneller und stärker steigt die Wassertemperatur.
An einem sonnigen Sommertag mit 25 bis 30 Grad Außentemperatur erreicht das Wasser im Tank problemlos Temperaturen von 40 bis 60 Grad Celsius. Da so heißes Wasser beim Duschen unangenehm wäre, verfügen die meisten Solarduschen über ein Mischventil (auch Einhebelmischer genannt). Damit regelst du das Verhältnis von warmem Tankwasser und kaltem Frischwasser aus dem Gartenschlauch und findest deine Wunschtemperatur.
Der Tank sitzt entweder im Duschkörper selbst (bei Säulenmodellen) oder als separater Behälter am Duschkopf. Die Säulenbauweise hat den Vorteil, dass die gesamte Fläche der Duschsäule als Absorber dient und das Wasser gleichmäßig erwärmt wird.
Tankgrößen: 20, 25, 35 oder 40 Liter?
Die Tankgröße bestimmt, wie lange du mit warmem Wasser duschen kannst, bevor kaltes Frischwasser nachströmt. Ein durchschnittlicher Duschvorgang verbraucht 8 bis 12 Liter pro Minute. Bei einem 35-Liter-Tank reicht das warme Wasser also für ungefähr 3 bis 4 Minuten reines Warmwasser oder 6 bis 8 Minuten bei Mischbetrieb.
20 Liter: Ausreichend für eine kurze Abkühldusche nach dem Schwimmen. Für eine Person knapp bemessen, reicht aber zum Abseifen und Abspülen. Die kleineren Tanks erwärmen sich schneller und erreichen höhere Temperaturen.
25 bis 35 Liter: Der gängige Standard für Garten-Solarduschen. Genug Wasser für eine ausgiebige Dusche oder zwei kurze Duschgänge hintereinander. Nach dem Nachfüllen ist das Wasser bei gutem Wetter innerhalb von 1 bis 2 Stunden wieder aufgeheizt.
40 Liter: Die größte gängige Tankgröße. Ideal für Familien, die den Pool nutzen und sich nacheinander abduschen möchten. Der größere Tank braucht allerdings länger zum Aufheizen und erreicht bei gleicher Sonneneinstrahlung etwas niedrigere Maximaltemperaturen als kleinere Modelle.
Materialien: PVC, Aluminium oder Edelstahl?
PVC-Solarduschen
PVC-Solarduschen sind die preiswerteste Variante. Sie bestehen aus UV-beständigem Kunststoff und sind in der Regel als leichte Säulen konstruiert. Der größte Vorteil neben dem Preis: PVC wird in der Sonne nicht heiß und ist barfuß angenehm zu berühren.
Die Nachteile: PVC kann nach einigen Jahren durch UV-Strahlung spröde werden und ausbleichen. Die Verarbeitung ist oft einfacher als bei Metallmodellen, und der Standfuß bietet weniger Stabilität. Für den Einstieg oder gelegentliche Nutzung ist PVC aber eine gute Wahl.
Preis: 50 bis 120 Euro
Aluminium-Solarduschen
Aluminium ist das beliebteste Material für Solarduschen im mittleren Preissegment. Es ist leicht, rostfrei und langlebiger als PVC. Die meisten Aluminium-Solarduschen sind pulverbeschichtet, was sie zusätzlich vor Korrosion und UV-Schäden schützt.
Aluminium hat außerdem gute Wärmeleitfähigkeit, was die Erwärmung des Wassers unterstützt. Der Nachteil: Die dunkle Metalloberfläche kann in der prallen Sonne sehr heiß werden. Ein versehentliches Anlehnen kann unangenehm sein. Modelle mit heller Beschichtung an den Kontaktflächen lösen dieses Problem.
Preis: 100 bis 250 Euro
Edelstahl-Solarduschen
Edelstahl ist das hochwertigste Material für Solarduschen. Es ist extrem langlebig, korrosionsbeständig und optisch ansprechend. Edelstahl-Solarduschen wirken elegant und passen hervorragend zu modernen Pool- und Gartengestaltungen.
Die Nachteile: Edelstahl ist schwerer als Aluminium und teurer in der Anschaffung. Außerdem kann die glänzende Oberfläche Kalkflecken sichtbar machen, was regelmäßige Reinigung erfordert. Ein weiterer Punkt: Edelstahl reflektiert Sonnenlicht stärker als dunkle Materialien und nimmt dadurch weniger Wärme auf. Einige Hersteller lösen das durch einen separaten schwarzen Innentank.
Preis: 200 bis 400 Euro
Ausstattungsmerkmale und Extras
Moderne Solarduschen bieten weit mehr als nur einen Duschkopf. Achte beim Kauf auf folgende Ausstattungsdetails:
Mischventil (Einhebelmischer): Unverzichtbar, um die Wassertemperatur stufenlos zu regulieren. Einfache Modelle haben nur einen Ein-/Aus-Hahn – dann duschst du entweder mit der vollen Tanktemperatur oder mit kaltem Wasser. Ein Einhebelmischer ist klar zu bevorzugen.
Verstellbarer Duschkopf: Ein schwenkbarer Duschkopf lässt sich in Höhe und Winkel einstellen. Das ist wichtig, wenn Erwachsene und Kinder die Dusche nutzen. Manche Modelle bieten zusätzlich verschiedene Strahlarten (Regendusche, Massagestrahl, Brause).
Fußdusche: Eine zusätzliche Brause auf Kniehöhe oder am Fuß der Säule ist extrem praktisch. Du kannst dir die Füße abspülen, bevor du den Pool betrittst, und entfernst Sand und Grashalme. Besonders für Familien mit Kindern ein echtes Plus.
Handbrause mit Schlauch: Einige Premium-Modelle verfügen über eine abnehmbare Handbrause an einem flexiblen Schlauch. Damit erreichst du auch schwer zugängliche Stellen und kannst Kinder bequem abduschen.
Wasseranzeige: Manche Solarduschen haben eine Temperatur- oder Füllstandsanzeige, die dir zeigt, wie warm das Wasser ist und wie viel noch im Tank ist. Praktisch, aber kein Muss.
Aufstellung und Installation
Die Installation einer Solardusche ist unkompliziert und erfordert weder Elektriker noch Klempner. Du brauchst lediglich einen Gartenschlauchanschluss in der Nähe und einen stabilen, ebenen Untergrund.
Standort: Wähle einen sonnigen Platz, idealerweise nach Süden ausgerichtet. Je mehr direkte Sonnenstrahlung die Dusche empfängt, desto wärmer wird das Wasser. Vermeide Standorte im Schatten von Bäumen oder Gebäuden. In der Nähe des Pools aufgestellt, ist die Dusche schnell erreichbar und das Abwasser kann in den Rasen versickern.
Untergrund: Die Solardusche muss stabil stehen, damit sie nicht umkippt. Optimal ist eine Befestigung auf einer Terrassen- oder Betonplatte mit den mitgelieferten Bodenankern. Auf weichem Rasen reicht eine Gehwegplatte als feste Basis. Manche Modelle werden mit einer stabilen Bodenplatte geliefert, die auf den Rasen gelegt und mit Heringen fixiert wird.
Wasseranschluss: Die Verbindung erfolgt über einen herkömmlichen Gartenschlauch mit Schnellkupplung. Drehe den Wasserhahn auf, fülle den Tank und schließe den Zulauf. Nach einigen Stunden in der Sonne ist das Wasser warm und bereit zum Duschen.
Abwasser: Das Duschwasser versickert in der Regel direkt im Boden. Wenn du Seife oder Shampoo verwendest (biologisch abbaubare Produkte empfohlen), sollte das Abwasser nicht direkt in ein Gewässer oder den Pool gelangen. Ein kleiner Kiesstreifen unter der Dusche verbessert die Versickerung.
Kostenübersicht
| Material | Preisspanne | Lebensdauer | Tankgröße |
|---|---|---|---|
| PVC | 50 – 120 € | 3 – 5 Jahre | 20 – 35 l |
| Aluminium | 100 – 250 € | 8 – 12 Jahre | 20 – 40 l |
| Edelstahl | 200 – 400 € | 15+ Jahre | 20 – 40 l |
Laufende Kosten fallen bei einer Solardusche praktisch nicht an. Du brauchst weder Strom noch Gas – nur kaltes Wasser aus dem Gartenschlauch. Die Wasserkosten für eine Dusche liegen bei wenigen Cent.
Solardusche vs. konventionelle Gartendusche
Eine konventionelle Gartendusche wird an die Warmwasserleitung des Hauses angeschlossen und liefert unbegrenzt warmes Wasser. Der Aufwand für die Installation ist aber deutlich höher: Du brauchst eine Warmwasserleitung bis zum Pool, frost- und UV-beständige Rohre und eventuell einen Durchlauferhitzer.
Die Solardusche punktet dagegen mit minimaler Installation, null Energiekosten und vollständiger Unabhängigkeit vom Hauswassersystem. Der Nachteil: Die Warmwassermenge ist auf den Tankinhalt begrenzt, und an bewölkten Tagen bleibt das Wasser kühler. Für die typische Nutzung am Pool – kurzes Abduschen vor und nach dem Schwimmen – reicht eine Solardusche aber völlig aus.
Pflege, Wartung und Überwinterung
Eine Solardusche ist wartungsarm, braucht aber etwas Aufmerksamkeit, damit sie lange funktioniert:
Regelmäßige Reinigung: Spüle die Dusche alle paar Wochen mit klarem Wasser ab. Kalkablagerungen am Duschkopf entfernst du mit Essigwasser oder einem handelsüblichen Kalkreiniger. Edelstahl-Modelle glänzen mit einem speziellen Edelstahlreiniger wieder wie neu.
Wasserqualität: Wenn die Dusche längere Zeit nicht benutzt wird (zum Beispiel im Urlaub), lass das Wasser komplett ab und fülle frisches Wasser nach. Stehendes Wasser kann bei hohen Temperaturen Keime bilden. Nach einer Standzeit von mehr als einer Woche empfiehlt es sich, das erste Wasser ungenutzt ablaufen zu lassen.
Überwinterung: Vor dem ersten Frost muss die Solardusche vollständig entleert werden. Einfrierendes Wasser dehnt sich aus und kann den Tank, die Leitungen und das Mischventil zerstören. Am besten stellst du die Dusche über den Winter in der Garage oder einem Schuppen unter. Wenn das nicht möglich ist, entleere sie gründlich und decke sie mit einer wetterfesten Schutzhülle ab.
Kaufberatung: Worauf du achten solltest
Zusammenfassend die wichtigsten Kriterien für den Kauf einer Solardusche:
Tankgröße: 25 bis 35 Liter für Einzelpersonen und Paare, 35 bis 40 Liter für Familien. Lieber etwas größer wählen – Warmwasser reicht nie lange genug.
Material: Aluminium bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Edelstahl für höchste Langlebigkeit und Optik. PVC nur als Budget-Lösung.
Mischventil: Unverzichtbar für eine angenehme Duschtemperatur. Modelle ohne Mischer sind nicht empfehlenswert.
Fußdusche: Ein unterschätztes Feature, das im Alltag viel Komfort bringt. Lohnt sich besonders am Pool.
Stabilität: Achte auf eine breite Bodenplatte und Möglichkeiten zur Bodenbefestigung. Eine umkippende Solardusche ist ärgerlich und kann bei 40 Litern gefülltem Wasser auch gefährlich werden.
Höhe: Die Gesamthöhe sollte mindestens 210 cm betragen, damit auch große Personen bequem darunter stehen können. Die meisten Modelle sind 210 bis 230 cm hoch.
Häufige Fragen zur Solardusche
Wie heiß wird das Wasser in einer Solardusche?
An sonnigen Sommertagen erreicht das Wasser 40 bis 60 Grad Celsius. Die Temperatur hängt von Sonneneinstrahlung, Tankgröße und Außentemperatur ab. Mit dem Mischventil stellst du deine Wunschtemperatur ein, indem du kaltes Frischwasser beimischst.
Wie viel kostet eine gute Solardusche?
PVC-Modelle starten bei 50 Euro, Aluminium-Solarduschen kosten 100 bis 250 Euro und Edelstahl-Varianten 200 bis 400 Euro. Für die meisten Gartenbesitzer bietet das Aluminium-Segment das beste Preis-Leistungs-Verhältnis mit guter Qualität und langer Lebensdauer.
Braucht eine Solardusche einen Wasseranschluss?
Ja, du brauchst einen herkömmlichen Gartenschlauchanschluss für die Frischwasserzufuhr. Einen Stromanschluss brauchst du dagegen nicht – die gesamte Erwärmung erfolgt kostenlos durch Sonnenenergie.
Muss ich die Solardusche im Winter abbauen?
Vor dem ersten Frost musst du die Solardusche vollständig entleeren. Idealerweise lagerst du sie frostfrei in der Garage oder einem Schuppen. Einfrierendes Wasser kann den Tank und die Leitungen beschädigen und zu teuren Reparaturen führen.